Extras inklusive

da haben die Konstrukteure Großes geleistet: Auf nur vier
Höheneinheiten haben sie das Amping für eine ausgewachsene PA
untergebracht. Doch das ist nur eines der Features der XA-18.

EIN TEST VON TOM BLUM

Als die Boxen auf der Frankfurter Musikmesse vorgestellt wurden, blieb
so manchem Zuhörer angesichts der druckvollen Bässe buchstäblich das Staunen im Halse stecken. Planar Wave Guide-Technologie hieß das Geheimnis,
welches der XA-18 zu eindrucksvollem
Sound verhilft.

Das Format der Topteile weicht
etwas vom üblichen Holzkisten-
Schema ab. Die F12CWH hat eine quadratische Frontfläche, ist aber tiefer als eine gewöhnliche PA-Box. Und sie läßt Roadie-Herzen höher schlagen: vier
Rollen wurden in die Rückwand
moniert. Die Außenhaut besteht aus 3 mm starkem Nadelfilz. Versenkte Griffschalen erleichtern das Handling der 54 kg schweren Boxen. Die F12CHW hat es in sich: Nach Abnahme des Frontgitters samt Akustikschaum kommt ein
Hochtonhorn mit 1,3"-Antrieb zum
Vorschein. Dahinter sitzt ein von
einem Conical-Waveguide-
Horntrichter umrahmtes 12"-Chassis. Wir haben es also mit einer
horngeladenen Coax-Box zu tun, was auch die tiefe Bauform erklärt. Die
Trennung der beiden Lautsprecher übernimmt eine Passiv-Weiche,
die auch über Schutzfunktionen
für den Hochtontreiber verfügt.
Äußerlich sind Tieftöner nur durch
eine Aufschrift auf den Griffschalen
von den Tops zu unterscheiden
. Ein
Blick hinter das Frontgitter läßt nicht
viel erkennen. Der kompakte Speaker
sitzt nämlich in einer nach unten
gerichteten Schallwand. Ganze 500 Watt kann der 18er EV-Speaker verbraten, und zwar mit einem Schalldruck von 99 dB (1W/1m). Damit das Gehäuse nicht ins Schwingen gerät, wurde 2 cm starkes Birkensperrholz verarbeitet. So kommt die Box doch auf 43 Kilo Gesamtgewicht.
Der XA-2600 Prozessor-Amp ist
ebenfalls kein Fliegengewicht
. Die
beiden Stahlgriffe an der Frontplatte
sind ein berechtigtes Feature:
immerhin zerren 30 Kilo am Gehäuse. Dynacord bringt es jedoch tatsächlich fertig, die komplette Signalelektronik in nur 4 Höheneinheiten zu packen. Mit 4 Endstufenkanälen versorgt der XA-2600 die Bässe mit je 700, die Topteile mit 600 Watt Leistung pro Seite. Ein richtiger Kraftprotz also. Für jeden Kanal ist eine LED für In, Out und Limit vorhanden. Desweiteren gibt es eine
gemeinsame Protect-LED nebst Power-
und TBC-Anzeige. Vervollständigt wird
die Ausstattung durch einen
Low-Regler sowie einen schaltbaren Peak-EQ mit einer Einsatzfrequenz bei 4 kHz.

Auf der Rückseite fällt die große
Kühlöffnung in Auge
. Die
Signalbuchsen sind als symmetrische XLR-Inputs

ausgeführt, eine Link-Buchse gibt das
Signal auch wieder aus. Alles über
professionelle Speakon-Verbinder. Um
gegen Netzbrummen gefeit zu sein,
wurde auch ein Groundlift-Schalter mit
ins Gehäuse gesetzt. Sollte die PA beim
Gig auf dem Boden stehen, kommt
man um Distanzstangen nicht herum.
Schnell und unkompliziert ist die
Verkabelung: es ist nur ein Kabel pro Seite
zum Amp erforderlich. Das Signal für
die Tops gelangt über die Links im Baß
über kurze Kabel nach oben.
Nun braucht der Amp noch eine
gut abgesicherte Netzverbindung
. Die
Endstufe zeigt ihre Aktivierung durch
Hochfahren der Lüfter an, während die
Lastausgänge freigeschaltet werden.
Sound vom CD-Player kommt klar und
druckvoll. Auch beim Mischen der
Band ist ein angenehmes „Brett"
vorhanden. Wer auf kurze Distanzen
beschallt, sollte den 4kHz
„Weichmacher" aktivieren. Klanglich gibt es weder im Nah- noch im Distanzbereich
nichts auszusetzen. Bei bei größeren
Entferungen reicht der Sound der Tops
aufgrund der Homladung erstaunlich
weit in den Raum. Auch die Bässe
haben weit hinten noch Fundament.

FAZIT

Auf nur 4 HE das Amping für eine
ausgewachsene PA unterzubringen, ist
eine Leistung. Dabei ist der XA-2600
sogar imstande, insgesamt 4 Tops und
8 Bässe mit Leistung zu versorgen. Die
XA-18 in dieser Ausführung ist eine
sinnvolle Basis, die erahnen (äßt, was
noch alles möglich ist. Eine Investition,
die sich langfristig lohnen wird.